Editorial: Ruth Eisenreich

Ruth Eisenreich, Chefredakteurin. Autorinporträt: Miguel Ángel Camprubí.

Liebe Leserin, lieber Leser,

So wie unsere Kolumnistin Clara Felis ganz hinten in diesem Heft bin auch ich hier vorne ein bisschen nostalgisch. Vor einem Jahr habe ich zum ersten Mal einen DRAHTESEL mitgestaltet – das Abschiedsheft meines Vorgängers Matthias Bernold, der das Magazin in seiner heutigen Form konzipiert und lange Zeit geleitet hat. Ein Jahr DRAHTESEL also. In diesem Jahr habe ich mit tollen Leuten zusammengearbeitet, interessante, konstruktive und manchmal hitzige Diskussionen geführt und viel Neues erfahren. Ich weiß jetzt, was „Kreuzungsplateaus“ und „Aufstellflächen“ sind, wie facettenreich die österreichische Radcommunity ist und was mit dem Begriff „gesperrte Straße“ nicht stimmt.

Letzteres habe ich von Ines Ingerle gelernt. Die ausgebildete Kommunikationstrainerin erklärt in unserer Titelgeschichte, wie Sprache unsere Wahrnehmung prägt, welche Folgen das im Verkehrsbereich hat und wie Polizei, Medien und wir alle damit umgehen können.

Wie die Wiener Stadtregierung mit den 20 Millionen Euro pro Jahr, die sie für den Radwegausbau versprochen hat, umgehen sollte, wissen Philipp Schober und Roland Romano. Sie haben für die Radlobby ein detaillier- Klaus Renoldner radelt als Landarzt zu seinen Patient*innen, als Lektor zur Uni und mit dem Cello am Rücken zur Kammermusik. Warum das gesund ist und wie man dabei gesund bleibt, erklärt der Erfinder des „Triple Benefit Principle“ in unserer Grafik auf Seite 26. Florian Holzer ist hauptberuflich Gastro-Kritiker, den Restaurant-Tipps im Reisebericht auf S. 42 darf man also vertrauen. Eigentlich wollte er ja um den Gardasee radeln, wegen der mühsamen Radmitnahme in Bahn und Fähre wurde es dann doch Venedig. tes Radwegprogramm entworfen und erklären auf Basis dieser Recherchen im Infrastruktur-Ressort, auf welchen Strecken das Geld der Stadt am besten aufgehoben ist.

In der zweiten Hälfte dieses Heftes finden Sie einen kleinen Schwerpunkt zum Thema Ernährung: Ein Ernährungswissenschaftler erklärt, worauf Hobbyradler*innen und sportlich Ambitionierte beim Essen vor, während und nach der Tour achten sollten; wir haben Müsliriegel blindverkostet, eine Diätologin hat ihre Inhaltsstoffe analysiert; und wer lieber bäckt als einkauft, findet am Ende des Schwerpunkts energiespendende Snacks zum Selbermachen.
Das Layout und die meisten der schönen Illustrationen in diesem Heft stammen übrigens von Markus Schuster. Er vertritt seit dem Sommer unsere Art Directorin Anna Hazod, die sich derzeit hauptberuflich um zwei sehr kleine Radfahrer kümmert. Neben kleinen Jubiläen und kleinen Menschen hat das DRAHTESELTeam eigentlich noch etwas zu feiern, aber was das ist, darf ich Ihnen dank Corona leider erst im nächsten Heft verraten. Welch Cliffhanger!

Viel Freude beim Lesen
und gute Fahrt!

Ruth Eisenreich

 


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