Bei der Errichtung von Verkehrs-Infrastruktur hält sich die Stadt Linz nicht einmal an die eigenen Planungen. Was letztlich gebaut wird, ist teuer und für Radfahrende mangelhaft und miserabel. Ein Bericht von Andrzej Felczak


Das Projekt „Bypass-Brücken zur VÖEST-Brücke“ wurde mit dem Spruch „Verflüssigung des Verkehrs“ beworben. Anfangs waren sehr hochwertige Fahrradanbindungen vorgesehen: Getrennte Radwege und Gehwege mit einer Gesamtbreite von 4,5 Metern, schöne Auf- und Abfahren, wo der Schwung hätte mitgenommen werden können.

Jetzt, kurz vor der Fertigstellung, ist aber Ernüchterung eingetreten. Obwohl das Projekt mit 200 Millionen Euro rund drei Mal (!) mehr kostet als angekündigt, mündet auf Urfahranerseite die Radwegrampe in eine Haarnadelkurve (siehe Foto). Im Rampenbereich wurden nur drei Meter breite gemischte Geh- und Radwege errichtet. Laut Linzer Verkehrsplanung ist dort für den Radverkehr nur ein Halbanschluss und die Abfahrt nur Richtung Osten vorgesehen – eine schockierende Fehleinschätzung.

Fehlplanungen und Verantwortung abschieben

Weitere Fehlplanungen stellen die großteils neu errichteten Unterführungen Ende der Prager Straße zur Broschgasse (unter der B127/Freistädter Straße) und die sanierte Urnenhain-Unterführung unter der B126 (Leonfeldner Straße) dar. Obwohl diese auf einer Hauptradroute die einzigen kreuzungsfreien Verbindungen darstellen, wurden diese nicht für den Radverkehr ausgelegt.

„Die Planungsabteilungen der Stadt Linz, der ASFINAG und vom Land OÖ haben hier grob versagt, jetzt schieben sich alle die Verantwortung gegenseitig zu“, sagt Gerhard Fischer, Vorsitzender der Radlobby Oberösterreich: „Um solche Baufehler künftig zu vermeiden, sollte bei jedem Straßenbauprojekt ein Rad- und Fußverkehrs-Check durch unabhängige Verkehrsplanende verpflichtend sein.“