Editorial: Ruth Eisenreich, Illustration: Harald Lustinger.

Ruth Eisenreich, Chefredakteurin. Autorinporträt: Miguel Ángel Camprubí.

Liebe Leserin, lieber Leser,

In der letzten Ausgabe ging es an dieser Stelle unter anderem um Rad-Abstellplätze in Wohnhäusern. In dem Haus, in dem ich selbst seit ein paar Monaten wohne, habe ich vor Kurzem einen zusätzlichen, mir bis dahin unbekannten Fahrradraum entdeckt. Leider fällt es mir – bei aller Freude über den zusätzlichen Platz – recht schwer, seine Lage nicht als Metapher auf den Stellenwert des Fahrrads in unserer Gesellschaft zu lesen: Er befindet sich hinter dem Müllraum und ist nur durch diesen zu erreichen.

Den Stellenwert des Fahrrads zu verändern, das ist das Ziel unzähliger zivilgesellschaftlicher Bewegungen, ob auf Bezirks-, auf Stadt- oder auf internationaler Ebene. Für unsere Titelgeschichte haben unsere Autor*innen Barbara Laa und Rainer Stummer, beide selbst bei der Initiative „Platz für Wien“ aktiv, recherchiert, welche Faktoren zusammenspielen müssen, damit eine Bürger*innen-Initiative Erfolg hat. Ein Wundermittel oder einen Zaubertrick haben sie leider nicht gefunden – sie sind ja selbst auch nur bedingt mit dem zufrieden, was ihre eigene Initiative erreicht hat –, ihr Text endet trotzdem auf einer hoffnungsvollen Note.

Andreas Müller hat in Tokio zwar keine Goldmedaille gewonnen wie Österreichs neue Überraschungs-Radheldin Anna Kiesenhofer, aber das macht den Bahnradfahrer nicht zu einem weniger spannenden Gesprächspartner. Im Interview im Lebensstil-Ressort erzählt er, wie das Leben als 41-jähriger Olympia-Teilnehmer aussieht, warum er als Berliner für Österreich angetreten ist und was man tun muss, um auf einer glatten, geneigten Radbahn keinen Sturz zu bauen.

Welche Routen-App die beste ist? Das hängt davon ab, für wen und für welchen Zweck. Deshalb lesen Sie im Ressort Produkte & Technik keinen „objektiven“ Testbericht, sondern vier leidenschaftliche Plädoyers: Unsere Autor*innen Martin Granadia, Ines Ingerle, Martina Powell und Peter Provaznik erklären, warum ihre jeweilige Lieblings-Routen-App die wirklich aller-aller-allerbeste von allen ist.

Außerdem lesen Sie in diesem Heft über unaufgeklärte Diebstähle und eine verschenkte Gesetzesreform, machen eine Tour durch die Slowakei, Polen und die Ukraine und lernen, Ihre Bremse zu reparieren – zumindest, wenn die ein Dinosaurier ist.

Viel Freude beim Lesen und gute Fahrt!

Ruth Eisenreich

 


Zum Weiterlesen

Drathesel Cover DE3/21

Ja, ich möchte unbedingt die gesamte Printausgabe lesen und den Drahtesel, das österreichische Fahrradmagazin, abonnieren:

> Hier Drahtesel-Abo bestellen